Dienstag, 17. Januar 2012

Ansätze. oder. man kann nur gut leben, wenn man weiß, dass es auch den anderen gut geht. Zitat U. Bock

Mein Plan. Soweit.
Weniger kaufen und somit weniger zu entsorgen haben.
Nehme ich mir oft vor, schaffe ich eine Weile und dann haue ich doch wieder daneben ... aber werde dran bleiben.


Trotzdem werde ich weiter gebraucht kaufen.  Ich habe schon als Teenager gebraucht gekauft. Auf Flohmärkten und mit meiner Mutter als Kind in der so genannten Tauschzentrale in der Westbahnstrasse.
Weil weniger Schadstoffe (durch häufiges Waschen). Weil es sonst in den Müll wandern würde, obwohl es uns ja noch gut gefällt. Und natürlich weil günstiger.
Wo?
Und jetzt wird es heikel. Natürlich weiterhin auf diversen Flohmärkten. Damit schadet man ja niemandem. Aber trotzdem auch in jenem "lieblings" Secondhand Laden. Kleiderkreisel gibt es bei uns ja nicht. Und gute Secondhand Läden gibt es kaum und wenn sind sie ziemlich teuer.

Warum?
Die vermeintlichen Übeltäter verweisen in den Dokus immer wieder darauf, keine NON- PROFIT Unternehmen zu sein. Und damit haben sie recht. Sie haben es nicht an die große Glocke gehängt. Blöd wären sie, wo doch laut Angaben die größere Menge an Sachspenden durch die Kontainer der karitativen Einrichtungen eingebracht werden.

Die karitativen Einrichtungen haben die Schecks angenommen (10 Cent/Kilo und das bei 30 Tonnen pro Tag von denen, warenes 40% (?) aus karitativen Einrichtungen stammen ... da kommt schon ein verlockendes Sümmchen zusammen) und für wohltätige Zwecke eingesetzt. Woran an sich noch nichts verwerflich ist. Es profitieren beide davon. Klingt nach einer guten Lösung.

Nur leider ist gut gemeint oft das Gegenteil von gut gemacht. Denn diesem Fall (und vermutlich auch vielen anderen, von denen wir einfach noch nichts wissen) gibt es eben doch Verlierer. Und zwar ausgerechnet dort, wo man denkt zu helfen. Ob das absehbar war? Was meint ihr?

Seinen Namen für etwas hergeben, dessen Ablauf man nicht kennt, der auch kaum mehr zu überblicken ist mit all den Zwischenhändlern und Profiteuren, ist vermutlich naiv (im besten Falle) ... was mich aber am meisten ärgert ist, dass dazu keine Stellung  genommen worden ist ... Anfrage abgelehnt.

Ich sehe den Laden jetzt einfach als Laden, wie jeden anderen. Ein Profit Unternehmen.

Ob ich jetzt hier kaufe oder bei eine großen Kette, wo ist der Unterschied?
Die einen ruinieren den Markt, weil sie die Textilindustrie vor Ort mit ihrer gebrauchten Billigwahre ruinieren.
Die anderen lassen in Billigstlohnländern produzieren und gefährden dabei nicht nur die Existenz der Arbeiter mit ihren Hungerlöhnen, die oft sogar unter den sowieso schon niedrigen Mindestlohn, der jeweiligen Länder, liegen sondern noch deren Gesundheit und, über Umwege, auch unsere.

Also welches ist das kleinere Übel? Was sind die Alternativen?

Es gibt natürlich auch Läden die FairTrade Bio- Kleidung anbieten. Dabei müsste Bio gar nicht sein. Es würde mir schon reichen, wie auch bei den Lebensmittel, Schadstoff/Spritzmittelfrei : )

Sie werden auch immer mehr, diese Labels, der Trend geht in die Richtung ... und man muss lernen um zu denken.
Weniger ist mehr. Produkten den Wert wieder  zugestehen, den sie eigentlich haben.
Früher hat man noch vieles selber gemacht. Eingekocht, genäht, gestrickt, ausgebessert, repariert ... einfach weil es günstiger war.
Heute ist es oft schon fast billiger man kauft einen neue Jacke, bevor man bei einem Schneider den kaputten Zipp austauschen lässt (12.-)
Dann noch zu sagen, ich mache es selber, wäre zwar sehr löblich, aber auch irgendwie unrealistisch. Rechnet man den Zipp (aus Metall), die Arbeitszeit ... ich habe es vor ein paar Tagen getan.
Der Zipp meiner Lieblings- Jacke, die ich vor 2 Jahren für 1.- Euro am Flohmarkt gekauft habe ist kaputt gegangen. Zunächst wollte ich ihn selbst austauschen, aber das Teil ist so verflix eingenäht, dass ich mir das ehrlich nicht zugetraut habe. Mal abgesehen vom Preis des Reißverschlusses!!!
Der Schneider meinte kein Problem, 12.- Da es meine Lieblingsjacke ist, wollte ich diese 12.- nochmal investieren und finde letzte Woche genau diese Jacke im Abverkauf bei der Schwedischen Kette für 15.- statt 69.- ... und abgewetzt war sie auch noch nicht : / ...3x dürft ihr raten ... ja und mit schlechtem Gewissen ... von dem natürlich nun keiner etwas hat.

Vor Jahren stand einmal ein alter Mann vor uns an der Kasser eines Zehnschilling Ladens, so hießen sie damals, jetzt sind sie unter 1 Euro Laden bekannt, und fragte den Verkaufer fassungslos: "Wie kann das sein? Wie kann ein 3- Fach Steckdosenverteiler aus China 10.- Schillinge (umgerechnet ca.70Cent) kosten? Das Material? die Produktion? Der Transport? Die Verpackung?"
... den Gewinn den der Laden dabei macht hat er gar nicht erst bedacht!!!

Wie kann das sein?

Und darüber sollte man sich eigentlich bei allem wundern ... Textilien. Elektrogeräte, Pflanzen, Lebensmittel, Spielzeug ...

... ich versuche zwar es mir immer vor Augen zu halten, aber ich schaffe es nicht immer konsequent zu sein. Warum sit das so verflixt schwer, wo man doch über diese Missstände bescheid weiß?

Sehr egoistisch. Ich weiß. Und ich muss gestehe, dass ich auch oft nicht in der Lage bin mir Handmade Teile zu kaufen, vor allem Kleidung, obwohl ich weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt und wie minimal oft die Gewinne dabei sind, wenn sie denn überhaupt vorhanden sind, rechnet man die Zeit mit ein, die für das Austüfteln neuen Ideen investiert wird, das Fotografieren der Artikel, die Korrespondenz mit den Kunden, das Verwalten der Bestellungen. Die frustrierende Warterei bei der Post ... weil ich sie als zu teuer empfinde. Warum? Wei die Preisvorstellungen einfach durch "billigerbilliger" kaputt gemacht werden ... all das ist mir bewusst und trotzdem ... hach!

Ich bin also selber noch sehr weit davon entfernt, so zu leben, wie ich mir das eigentlich vorstelle ...
aber zumindest bin ich mir der Probleme bewusst und das hat mich immerhin auch schon oft vom Kaufen abgehalten. Vielleicht tut es das ja mit der Zeit immer öfter?

Geiz ist nämlich gar nicht geil, wie ich finde und daher ist mein Lösung nun die, dass ich unsere Altkleider nicht mehr in die Kontainer werfen werde, sondern verkaufen.
Entweder über meinen Blog oder in Secondhand Läden.
Die eine Hälfte des Erlöses wird in neue Kleidung investiert, was eben anfällt (gebraucht oder neu, kommt darauf an) und die andere Hälfte werden wir Ute Bock zukommen lassen, die da sagt: "Man kann nur gut leben, wenn man weiß, dass es auch den anderen gut geht."


So "helfen" wir vielleicht nicht den Menschen in Afrika, aber zumindest jenen, die Afrika und auch anderen Ländern aus Notsituationen heraus verlassen haben, zu uns gekommen sind und Unterstützung brauchen ...

Das werden keine Unsummen sein, ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich denke mal, vielleicht ist das eine Möglichkeit die auch dem ein oder anderen Leser gefällt und dann sind es vielleicht schon 2 oder 3 Tropfen mehr ...
... und ich habe gelesen, dass es da auch eine Kleiderkammer gibt ... vielleicht brauchen sie ja auch was? Ich rufe morgen einfach mal an.

... und wer so ganz spontan Lust hat zu spenden: Bitte hier
Diese Dame ist ein ganz außergewöhnlicher Mensch, die einfach da anpackt wo es nötig ist ohne viel tamtam ... ihre Biografie zu lesen lohnt sich. Auch für die Leser aus den Nachbarländern.
Und einen Film gibt es auch und diese Clips ...

http://fraubock.tv/13/
http://fraubock.tv/12/
http://fraubock.tv/19/

... bitte anschauen!




Kommentare:

  1. So ähnliche Gedanken habe ich mir auch schon gemacht, wenn auch nicht so tiefgreifend, aber eben was bedeutet es eigentlich billig zu kaufen und muß das so sein. Uns geht es gut, aber das geht nur auf Kosten von anderen oder kann es uns allen gut gehen???
    Weniger ist mehr, aber im Zeitalter von Konsum und Kommerz erfordert es verdammt viel Selbstdisziplin und daran scheitere ich dann doch auch immer wieder und ich vermute das ist auch sehr menschlich...

    Ich versuche viele Kleidungstücke selber zu nähen, aber wenn was dringend gebraucht wird, stehe ich dann doch wieder am Verkaufstresen der üblichen Verdächtigen.

    Liebe Grüße
    Alisna

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  2. Ich habe die deine Diskussion der vergangenen Tage verfolgt und wollte dich nur kurz auf den (wie ich gerade feststellen musste, nur Deutschland weit aktiven) Verein FairWertung e.V. hinweisen, der nicht nur einen Standard für die die Weiterverwertung von Altkleidern, sondern auf seinen Seiten auch jede Menge Informationen zum Thema bereitstellt.

    Beste Grüße aus Vancouver.

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  3. und wenn du dich zwischendurch doch von sachen trennen willst, dann gibts auch in wien möglichkeiten, sachen abzugeben.

    http://www.dieschenke.org/

    ist eine leicht erreichbare möglichkeit gut erhaltenes abzugeben...

    danke für die anregung, sich wieder einmal genauer mit dieser materie auseinanderzusetzen!!

    lieben gruß

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  4. Danke für all deine Recherchen und Gedanken zu diesem spannenden Thema! Ich muss zugeben, dass ich auch oft genug der Versuchung erliege, Kleidung neu zu kaufen, weil ich mich durch Werbung und Mode verführen lasse und auch weil ich hier keine Secondhandläden oder Flohmärkte in der Nähe habe. Weniger kaufen, selbst wieder verkaufen oder selbst recyclen (im Sinne von Umnähen) sind die Punkte an die ich mich halten möchte.

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  5. Oder den Kostnix-Laden in der Zentagasse gibts auch, dort kann man alles mögliche abgeben und auch gratis was mitnehmen.

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  6. für fr. bock hab ich auch schon gespendet. war im feb `10 auf einem konzert in wien und alle einnahmen gingen an sie. somit mein ticket + ein gekauftes shirt der band. :)

    liebe grüße,
    sarah.

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  7. Liebe Kat...ich lese so gerne bei dir aber leider konnte ich nur die hälfte deines beitrages lesen weil deine neue schrift es (mir?) so schwer macht.....

    ...kannst du die nicht wieder ändern...büdde büdde büdde;-)

    Liebe Grüsse...Bianca

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