Dienstag, 19. Januar 2010

Wachsen lassen nicht stutzen




Freie Schulen, Montessori, Heimuntericht, Non-Schooling, Waldorf/ Steiner, Antopsophie, evangelische Schule, Waldschule, Lindgren Schule, Popper Schule, Freinet, Autonome Lehrplanbestimmung, Interessens-und Begabungsförderung, Mehrstufen-Klassen, Dynamischen Förderkonzept, Rope Skipping, Koedukative Werkerziehung, Pensenbuch, Alternative Beurteilungsformen, Computerwerkstatt, Einzelförderung, Erasmus Sokrates, IBF (Interessen und Begabtenförderung), koedukative Werkerziehung, KoKoKo (Kommunikation, Kooperation, Konfliktlösung, Lernwerkstätte, Native Speaker, Ökologisches Praktikum, Pojektunterricht, Schülerzeitung, Schulpartnerschaften, soziales Lernen, ... die Liste ist Endlos und Manati-Mum in Hell ...

Seit Wochen lese ich ein Schulprofil nach dem anderen, informiere mich über die unterschiedlichen Methoden, Schul Typen, Lernmethoden ... allein, ich werd nicht schlauer.

Die Besichtigung der Öffentlichen Schulen in letzter Zeit ließ alles in mir aufschreien und mich mit dem Gedanken Heimunterricht spielen ... allein der Mut fehlt mir. Aber was für Alternativen gibt es? Die traumhaft schöne Montessorie Schule im Grünen, die 360 .- im Monat kostet und mich jeden Tag 4 Stunden (!!!) an Fahrzeit kosten würde (2x hin und 2x zurück), die Freien Schulen, die mir persönlich am sympathischsten sind, da nur 10 Kinder pro Klasse und der Schultag selbstbestimmt und im kreativen Umfeld stattfindet (WUK), aber die ebenfalls 350.-/ Monat kostet und wo ich zusätzlich noch 15x im Jahr für die ganze Schule kochen muss, Putzdienste habe und natürlich auch sonst viele Pflichten, aber natürlich auch mehr Rechte. Auch hier würde die Fahrtzeit pro Tag über 3 Stunden ausmachen, die öffentliche Volksschule von gestern, die einen guten Ruf genießt, aber die sich rein optisch kein bisschen seit den 70ern weiter entwickelt hat und der Putz im Mini- Turnsaal von der Wand rieselt ... oder die Schule bei uns ums Eck (dem Eck der neuen Wohnung), die zwar einen grandiosen Garten hat, aber wo der Aufenthaltsraum einem Schlachthof gleicht ... komplett weiß gefliest. Vom Boden bis zur Decke ...

Auf was soll man achten, was ist richtig, was ist falsch, wie kann ich das natürliche Interesse meines Kindes, in Anbetracht der z.T. noch immer recht starren Unterrichtsformen, bewahren, fördern und nicht ersticken ... womit tu ich ihm etwas Gutes und womit schade ich ihm.

Freilerner- Non-Schooling- Alternative Schulen - Klassische Schulen ... was ist richtig, was ist falsch. Was kann ich meinem Kind zumuten. Konventionelle Wege oder neue beschreiten. So viele Für und Wieder .... ich mag nicht mehr. Stundenlange Gespräche mit meiner Mutter, die noch immer bereut, mich nicht in eine Waldorfschule geschickt zu haben, aber auch noch immer nicht 100% von Steiner und vor allem der Antroposophie überzeugt ist; mit anderen Müttern, oft genau so verzweifelt oder schon resigniert, und Bianca, mit der ich mich immer gerne austausche und so oft verstanden fühle und dann doch wieder nicht ...


Vor vielen, vielen Jahren durfte ich Zeuge einer sehr seltsamen Begebenheit werden.

In der Wiener U-Bahn sitzen die Fahrgäste immer in 4er Gruppen, jeweils 2 und 2 gegenüber. Damals saßen eine alte Dame, ein Punk und eine Mutter mit ihrem etwa 6 Jahre alten Kind beisammen. Ich saß schräg gegenüber.
Das Kind stieß mit dem Fuß beim Baumeln immer wieder gegen das Schienbein der alten Dame. Die Mutter merkte das und sagte nichts. Darauf bat die alte Dame das Kind, damit auf zu hören. Sehr freundlich und ruhig. Das Kind machte weiter. Also sprach sie die Mutter an, sie solle doch bitte dem Kind sagen, dass es damit aufhören soll. Worauf die Mutter meinet, das könne sie nicht, denn sie erziehe ihr Kind antiautoritär.
Die alte Dame schüttelte den Kopf, stand auf und ging weg. Ein paar Stationen später stieg der Punk aus, der die ganze Zeit über unbeteiligt in seinem Winkerl saß. Beim Aufstehen nahm er seinen Kaugummi aus dem Mund und klebte ihn der Mutter auf die Stirn und sagt: " Ich wurde auch anti- autoritär erzogen."


....



Kommentare:

  1. ich weiss nicht was ich dir zum schulthema sagen kann weil wir ja eine ganz tolle - zumindest find ich sie bisher ganz toll - schule gefunden haben (www.aktive-schule.net glaub ich).


    ABER das mit dem punk find ich geil :D

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  2. Ich kann Dich sehr gut verstehen, vor 10 JAhren hatten wir die gleichen Sorgen. Am Ende wurde es die normale Grundschule, denn eines war mir am wichtigsten: in einem eh schon isolierten Umfeld für Kinder auf dem Lande die Isolation nicht noch verzehnfachen durch den Besuch einer Freien Schule (die ich selbst mit aufgebaut habe) Rudolf Steiner sagt selbst in seinem Konzept, dass die Waldorfschule und jede andere nur Sinn hat, wenn sie im Umfeld des Kindes stattfindet. Das Herausreissen aus den natürlichen Zusammenhängen des Ortes ist gravierender. Tja...man weiß es nicht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das Äußere von Räumen udn Anlagen gar keinen so großen Eindruck auf mein Kind machte, das war nicht das Schlimme. Allerdings mussten wir nach 4 JAhren Grundschule das Kind da rausnehmen, schleunigst, da er anfing, sich zu verweigern und zu resignieren....Jetzt sit er 11. Klasse Gymnasium und ist sehr zufrieden. Waldorf oder frei wäre auch gut gewesen aber ein Fahrweg von 3 Stunden ist einfach nicht akzeptabel.

    Ach ja...ich denke jetzt schon wieder mit Grausen an diese Sorgen, dabei sind es noch fast 5 Jahre bis Schulbeginn.
    Ach mensch.

    Ich wüsnche Dir eine gute Entscheidungsfindung. Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem, dass man nach der Entscheidung dazu steht und nicht dem Kind vermittelt, dass die Schule eh doof ist. ich ahbe niemals über die lehrer geschimpft, sonder nur versucht zu unterstützen und zu begleiten.

    liebe Grüße
    mandy

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  3. süße geschichte kat,
    mit dem lustigen punk ;)
    aber es geht doch nicht um autorithär oder nicht?
    steiner sprach z.b. von *natürlicher* autorithät...und ich glaube, es steht und fällt mit den lehrern...und...glaub mir, es wird schon, weil...was einen nicht umbringt, macht einen stark, und mo ist ein gesunder junge, der wird alles packen, egal was ihr aussucht :)
    hab vertrauen!
    liebe grüße
    sylvie

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  4. @Sylvie: Diese Autoritär- Anti-Autoritär- FRage kristallisierte sich im Gespräch mit Bianca (Moseskinder) heraus. Sie ist für unsschooling und die Kinder entscheiden lassen ... und bin ich halt autoritärer. Es gibt Sachen, die muss Moritz akzeptieren. Z.B. dass er nich stundenlang vor der Glotze gammeln kann, oder im KiGa, dass man im Sesselkreis sitzen bleiben muss und nicht in die Bauecke spielen gehen kann ... und das funktioniert auch sehr gut ... aber bis wohin reicht die "gsunde" Autorität... und wie autoritär sind die normalen öffentlichen Schulen? Und ich geb dir völlig recht, es steht und fällt mit dem Lehrer und das macht die Sache nicht einfacher ; D

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  5. Liebe Mum,

    ich kann dich verstehen

    ich hatte zwei meiner drei kids für die Grundschulzeit auf einer Privatschule ( www.fcso.de)_ Fahrtzeit war 20 Min ein Weg- kein Umfeld. Aber wirklich top: Umgangston, Förderung der Lernkompetenzen, christlches Menschenbild praktisch gelebt, liebevolle Feste...
    Dann Umzug nach Rheinland Pfalz und ebenso schocking wie du: was ist was?????
    Scvhlweg zur nächsten privatschule unzumutbar: alles was sie an Kreativität erleben verfleigt durch den zehrenden Weg. ( weil leider doch ab 3. Klasse auch das lernen mehr wird)
    Nun also Staatliche Schule: meine Reaktion war - viel Einsatz. In Workshops und Lehrerunterstützung kann ich Atmosphäre und sogar auch Lernziele mitgestalten. manches bleibt schräg, aber mein Gefühl ist nicht mehr so erstarrt.
    Geht also das Null-Ideale:)

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  6. superkurz zusammengefaßt meine ersten Gedanken:

    Regeln müssen sein - Kinder ohne irgendwelche Regeln sind "verloren" - Kinder sind nunmal keine Erwachsenen und denken komplett anders und versinken ohne jegliche "Anleitung" in ihrem eigenen Chaos udn stehen ihrer Entwicklung dannteilweise selbst im Weg. V.a. bei meiner Hanni kann man gut beobachten, dass sie Regeln braucht, um sich mit ihren (OTon) 10 Gehirnen nicht zu verfransen;-)

    Die Einrichtung und das äußere Erscheinungsbild eines Gebäudes sagen nichts über die Qualität der Schule aus - ich bin überglücklich in unserer Schule und die Räumlichkeiten der Montessoriexpositur waren eigentlich nur als Übergangsunterkunft während des Umbaus des Haupthauses gedacht - eigentlich ist es ein Containergebäude;-)

    Das Bauchgefühl ist wichtiger als man oft denkt - auch eine "klassische" Schule kann eine bessere Atmposphäre haben als eine "besondere" SChule und sozial kompetentere Kinder hervorbringen als ein noch so tolles Schulprofil.

    Der Schulweg ist nicht zu unterschätzen - sobald Kinder in die Schule gehen, und dann auch noch außerschulische Aktivitäten verfolgen, zählt jede Minute ihrer Freizeit. Eine relative Wohnnähe zur Schule ist v.a. im Bezug auf Freunde besuchen nicht unwesentlich - das merke ich mehr und mehr und wir wohnen "nur" 15 Autominuten von der Schule entfernt.

    Das waren mal die ersten Gedanken in superkurz-Fassung;-)

    *wink*

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  7. Arge Sache mit den Schulen, Kat, ich versteh das total. Noah geht seit Montag nicht mehr in den KiGa, und ich überlege mir ernsthaft das mit dem Home-Schooling. Sobald ich draussen hab, wie das mit Gabi funktionieren soll... Die Bücher sind bestellt!
    Die Geschichte mit dem Punk ist ganz ganz toll! Sarah

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  8. Hallo Kat,

    seit ich viele Freunde habe, die Ihre Schulzeit auf der Waldorfschule verbracht haben und alle geschlossen ihre Schulzeit als ganz schrecklich empfunden haben, bin ich etwas ins grübeln gekommen. Obwohl auf unterschiedlichen Schulen, sind sich alles einig, dass die Steinerpädagogik viel zu prinzipiengesteuert ist. Es kommt natürlich, wie immer, auf die Lehrer an-
    dem einen wurde der Mund mit Seife ausgewaschen, weil er Schimpfwörter benutzt hatte (und wir sind alle heute 30Jahre alt- ist also auch keine Ewigkeit her), die andere durfte im Werkunterricht keine Tiegerente bauen, weil wir "uns nicht mit so einem kommerziellen Scheiß" umgeben. Daraufhin hat sie sich im Werkraum eingeschlossen und trotzdem eine gebaut. Sie wurde so bestraft, dass sie vor der ganzen Schülerschaft auf die Bühne musste und es wurde erklärt, was sie verbrochen hatte und dass sie nicht zu der Schule passe usw.- da war sie 14 Jahre alt.
    usw.
    Mag sein, dass die Pädagogik von Steiner zu seiner Zeit revolutionär war, mag sein, das Waldorfkindergärten was anderes sind, aber man sollte sich die jeweilige Schule sehr gut ansehen, den ich glaube, es rutscht schnell in eine sehr autoritäre Form ab.
    Ausserdem stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich Texte von Steiner lese, in dem sein Rassismus zu Tage kommt.
    also wie gesagt, ich denke, es kommt sehr auf die Leitung an, und die Lehrerschaft und ich bin überzeugt, dass Waldorfschulen auch sehr sinnliche, pädagogisch wertvolle und perfekte Orte für Kinder sein können- aber auch das totale Gegenteil. Ganz sicher kommt es auch auf die Kinder an.

    Ich beneide dich nicht um deine Entscheidung- und hoffe, dass wir noch etwas Zeit haben. Madita ist erst 1,5.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Ola

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  9. Hallo Kat,

    Nora und ich sind mal wieder eine Meinung. Regeln sind schon auch wichtig, und Grenzen auch, wenn es die bei uns nicht geben würde, würde Mama, also ich, bei Vieren untergehen.

    Schulweg ist auch wichtig und das Umfeld drumherum, ich habe fast jede Woche Schulfreude von Tristan da und umgekehrt ist er ständig wo eingeladen, abholen und hinbringen können zeitintensiv werden, wenn der Schulweg zu lang ist. Wir fahren 15-20 Minuten, ist gerade noch vertretbar würde ich meinen.
    Und später kommen ja außerschulische Aktivitäten noch dazu!

    Wir haben uns mit der Einschulung Tristans auch schwierig getan, die Schule auf der die Große war, war 'damals' wirklich gut. Mit der Zeit hat sie sich aber nicht weiterentwickelt und das SChulhaus alleine hat mich, mit etwas Abstand wirklich abgeschreckt.
    Ein Mal mehr bin ich glücklich die Schule der WSK gefunden zu haben, vom KiGa an, jetzt mit den Kleinen, bis zur Schule, die Tristan besucht, finden sie dort genau das richtige Mittelmaß.
    Und es war eine Bauchgefühlentscheidung, das sind doch immer die besten;-)

    *wink*
    Betty, die diese Geschichte aus der U-Bahn schon oft gehört hat.

    süßes Bild ürbigens, aus dem Winterschlaf erwacht?

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  10. *gröhl*
    ach was habe ich bei der story gelacht...haha...zu schön!

    und zu den schulen: warum zerbrichst du dir jetzt schon den kopf?
    leolo ist fünf und ich entspanne mich noch. ich denke zuviel bringt auch nix.
    damals...als der wechsel von grundschule zur weiterführenden schule anstand,waren die meisten eltern so hysterisch dass ich meinen telefonstecker aus der wand gezogen habe. ich konnte diese hysterische "oh gott was mache ich bloss" nicht mehr aushalten. vor allem haben die sich untereinander völlig verrückt gemacht!
    ich brauch dann eher meine ruhe, dann komme ich am ehesten zu einem schluss. und das beruhigende: was WIR meinen und entscheiden was das bester für unser kind sei, kann selbiges ganz anders sehen;-)
    meine tochter hat x schulen beuscht. u.a. auch eine waldorfschule zu der sie täglich eine stunde fahren musste. sie war totunglücklich damit, weil es IHR am wichtigsten war, dass alle freunde zu fuss erreichbar sind. DAS ist der schwerpunkt meiner tochter. gelandet ist sie nun seit jahren auf einer gesamtschule, 5 minuten von hier, von der wir ihren bruder damals genommen haben weil unterrichten auf Grund der hohen gewaltbereitschaft der schüler nicht oder kaum möglich war. die lehrer sassen immer auf den fluren um irgendwelche streitigkeiten zu schlichten*lach* aber meine tochter fühlte sich all die jahre wohl.
    nun will sie sich an einer freien schule bewerben. aber das ist nicht auf meinem mist gewachsen, das hat sie mit einer freundin beschlossen.
    was ich sagen will: die anfangsplanung wr eine ganz andere.

    und ich kann verstehen dass man da verrückt wird. ich könnte auch verrückt werden, weil ich weiss, dass unschooling hier nicht geht. denn DAS würde ich sofort machen wollen.
    also tief durchatmen, entspannen, alternativen suchen und (achtung mein lieblingswort:)LOSLASSEN*lach*

    ach kat du wirst das kind schon schaukeln! und verändern kann man immer...auch währendessen;-)

    ganz liebe grüsse.....bianca

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  11. Liebe Kat,
    Schule ist immer ein Thema - bei uns in Niedersachsen musst Du die Grundschule nehmen, die Deinem Bezirk zugeteilt ist (außer es ist eine Privatschule oder Du hast Glück mit einer Sondergenehmigung) - anfangs fand ich es absolut frustrierend, da wir genau an einer Bezirksgrenze zu zwei gänzlich unterschiedlichen Wohnvierteln wohnen. Unser Bereich beinhaltet eher die sozial schwächeren, die sogenannten "Problemfamilien", während die anderen damit keinerlei Berührung haben.
    Aber was soll ich sagen? Nach nun mehr vier Jahren bin ich soetwas von froh, daß mein großer Hüpfer auf diese Schule gekommen ist, einfach, weil sie viel mehr "mit dem Leben" zu tun hat. Die Kinder lernen sich zu respektieren egal welcher Kultur sie auch angehören, lernen Schwächeren zu helfen, lernen, daß es auch Familie gibt, die sich nicht alles leisten können, daß Geld aber nicht der Maßstab für Freunschaft ist...
    An der von mir vorher gewünschten Schule sieht es ganz anders aus: es gibt Klassenmobbing in der vierten, weil Mädchen keine Hosen von esprit haben oder mit zum reiten kommen können, die Jungs hauen sich die Nasen ein...
    Es ist wirklich schwierig - und wie es vorher auch schon gesagt wurde: es steht und fällt mit den Lehrern und ihren Engaement!
    ich glaube ich würde aber auf längere Schulwege verzichten, allein schon ob der Freundschaftsbildung. Es ist nett seine Freunde in der Nähe wohnen zu haben und später auch alleine hingehen zu können.
    Und Regeln müssen meiner Meinung nach sein - es muss klar sein, was geht und was nicht, allein schon aus Respekt den Mitmenschen gegenüber! Ganz besonders in der Schule, wo viele Kinder mit verschiedenen Familienhintergründen aufeinandertreffen.
    Wie Du siehst, es gibt kein schwarz oder weiss und ein beliebter Spruch in unserer Familie lautet:
    "Wie Du´s machst, Du machst es verkehrt!" Später wird es immer irgendwelche Stimmen gegen eine Entscheidung geben, wichtig ist, daß Du in dem Moment der Entscheidung dahinter stehst.
    Bei uns steht nun die Wahl der weiterführenden Schule an und da haben wir freie Wahl und müssen eine Entscheidung für die nächsten 8 Jahre treffen - oh Graus ;D

    So genug!
    Einen ganz lieben Gruß von
    myriam.

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  12. also. ich muss ehrlich sagen, ich bin nicht vor der entscheidung, welche schule für mein kind.
    ich kann nur aus meiner eigenen schulerfahrung sagen.
    mir hat die normale schule nicht geschadet.
    ich hatte eltern, die mir höflichkeit, soziale kompetenzen, hilfsbereitschaft und freundlichkeit mitgegeben haben. die mir die welt erklärten und mich entdecken liessen.
    in meinen 13 schuljahren hatte ich nette, kompetente, engagierte lehrer sowie unfähige, faule lehrer.
    meine schule fiel praktisch ausseinander, klassenräume waren mit eimern ausgestattet (falls es anfängt zu regnen).
    ich hatte gut klassenkameraden und schreckliche.
    aber so ist das leben.
    ich kann nicht immer das beste haben.
    und sowie ich euch kenne, würde euer kind trotz staatlicher schule wohlerzogen und mit spass lernend sein.
    weil eben doch ein großteil an den eltern liegt.

    ich will die anderen schulformen nicht schlecht reden. es gibt bei den althergebrachten sowie bei montessori, waldorf etc immer gute ansätze.
    aber alle sind nicht perfekt.
    man kann an jeder schule pech haben.

    noch als beispiel. bei uns ist die waldorfschule mittlerweile eine schule an denen drogen ein größeres problem als an andren schulen ist, die schule regelmäßig wegen gewaltszenen und mobbingfällen auffällt.
    ich kenne selbst kinder aus der schule, die sind keinen deut besser oder ausgeglichener als andere.

    ach. wegen schulweg. ich konnt mit meinen klassenkameraden heimlaufen, beim bäcker ein wenig süßkram kaufen und trödeln.
    ich hab die kinder die von den eltern mit dem auto abgeholt wurden nienienie beneidet.

    liebe grüße.
    lilli

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  13. zum thema "autoritär" an öffentlichen schulen: in einer klasse sind bis zu 25 kinder auf eine lehrerin, da muss das einzelne kind natürlich in gewisser weise funktionieren - tut es das nicht, leiden die anderen darunter. für mich persönlich ist das durchaus eine lektion fürs leben - was ist eine gemeinschaft? wie bringe ich mich in eine gemeinschaft ein? etc. so als andere sichtweise, im vergleich zu "mein kind darf sich nicht entfalten".

    mal abgesehen, dass ich z.b. von steiner ganz wenig halte und es auch an alternativen schulen immer vom lehrpersonal abhängt und man dort genau so "einfahren" kann, war für uns die wohnortnähe ausschlaggebend: ich wollte nicht, dass mein kind zur schule fahren muss, sondern dass er den schulweg allein bzw. mit freunden zu fuß zurücklegen kann. ich finde es gut und schön, dass mein kind hier in der großstadt trotzdem in unserem grätzel verwurzelt ist, dass er mit kindern aus der umgebung zusammen ist und die schule nicht irgendwie ausgegliedert ist, er nicht in einem "künstlich geschaffenen" klassenverband sitzt.

    wir sind mit unsrer (öffentlichen) volksschule und auch mit der lehrerin sehr zufrieden - obwohl sicher nicht alles perfekt ist: natürlich wäre ein zweiter turnsaal super oder kleinere klassen bzw. eine zusätzliche teamlehrerin.

    egal welche schule: schau dir an, welche lehrerin dein kind kriegen könnte und erkundige dich über eben jene, an den meisten schulen kann man bei der anmeldung wünsche abgeben. und sprich mit eltern, deren kinder an der schule sind. hör nicht auf leute, deren kinder nicht auf diese schule gehen, wir haben von zwei seiten gehört, dass unsere schule einen schlechten ruf hätte bzw. einen zu hohen "ausländer"anteil - hat sich nicht bestätigt.

    dass manche schulen nicht im besten baulichen zustand sind ist schade, erkundige dich, ob in den nächsten jahren renovierungen geplant sind, achte aber vor allem auf die (gestaltung der) klassenräume und anderer aufenthaltsräume.

    alles gute jedenfalls!

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  14. liebe kat...

    ...ich kann mich bianca nur anschliessen...zerbrich dir nicht jetzt schon soviel den kopf! ihr habt noch zeit...und wer weiss schon was in dieser zeit alles passiert?
    wer weiss was moritz will...wie er sich bis dahin entwickelt. und wer weiss, vielleicht hat sich bis dahin auch im schulsystem was getan.
    wir haben ja hier eine freie aktive schule...ich bin froh drüber...sie ist meine erste wahl. weil ich finde, dass kinder lernen sollten wie und was sie wollen. und dieses system funktioniert wirklich gut. in schweden haben sie das schon jahre und es funktioniert. und dafür zahl ich gerne jeden monat und dafür arbeite ich auch gerne dort mit, den so kann ich aktiv an dem mitarbeiten, was ich mir für emil wünsche.
    wie gesagt jetzt ist diese schule die erste wahl...aber wer weiss was in drei jahren ist?
    vielleicht ergibt sich was ganz anderes...eine staatliche schule...die super toll ist...so wie der städtische kiga den wir letztens anschauten.
    von aussen pfui und von innen, der traum eines jeden kindes...und emil hat sich wohlgefühlt dort...das ist mir das wichtigste.
    und das freie konzept...den emil ist kein kind, dass im stuhlkreis sitzen bleibt, wenn er keine lust zum singen hat, sondern eher malen will. was nicht heisst, dass er anti-autorität erzogen wird.
    ich bin ein fan von jasper juul...liebevolle grenzen setzen...sinnvolle grenzen setzen.
    ach ich schweife ab...du siehst mich beschäftigt dieses thema auch.
    aber schulen anschaun werd ich erst in ein paar jahren...denn wie gesagt...ändern kann sich sovieles noch.

    du machst das schon...ihr macht das schon kat. ich denk an dich!!
    und kann all deine gedanken sehr gut verstehn!!! tolle mama!!!

    kuss
    eni

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  15. @Alle: Nur kurz: Wow, danke für die Resonanz ... ich bin innerlich zerissen und verstehe beide Seiten: Freies Lernen und schulische Organisation, aber da so viele von euch die räumliche Nähe befürwortet haben, werde ich mir das zu Herzen nehmen. Das reduziert die Auswahl schon um einiges ...

    @Eni: Ich kann mir leider keine Zeit lassen, da man sich in Wien 2 Jahre vor dem tatsächlichen Schulbeginn anmelden muss. Zusätzlich gibt es auch an öffentlichen Schulen lange Wartelisten ... und wenn Moritz nicht genommen wird, dann wird er einer Schule mit freien Plätzen zugewiesen. Und das sind dann Schulen, wir wirklich niemand will und womöglich auch noch schwieriger zu erreichen sind ...

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  16. Hallo,
    ich plädiere auch für kurze Wege, denn dann kann man das Kind zu Hause noch lange so sein lassen, wie man es gerne hätte. Was nützt die tollste Schule, wenn sie weit weg ist, und dann kein Familienleben mehr statt findet. 2 Stunden An- und Abfahrt wären für mich inakzeptabel, da bleibt ja keine Zeit mehr zu Hause noch richtig zu spielen. Ich habe mich für meine Mädchen für die nächstliegende Grundschule entschieden. Die eine hat eine klasse junge Lehrerin bekommen, alles ist ganz kreativ und liebevoll, manchmal auch etwas chaotisch, die andere hat eine ältere Lehrerin bekommen, bei der ich auch schon hatte, und der Unterricht läuft viel strukturierter, bestimmt auch autoritärer aber sehr zielorientiert ab. Gleiche Schule, verschiedene Personen, verschiedene Stile, und auch aus einer Familie: verschiedene Kinder, und beide gehen ganz gerne. Und auch in der Schule kann man sich engagieren. Eine Freundin hat ihren Sohn auf die Schule mit dem "moderneren" Konzept, richtung freie Schule geschickt hat aber eine total unfähige Lehrerin erwischt, die sind ganz unglücklich. Mein Ziel ist es, den Mädels ganz viel Halt und Kraft in der Familie mitzugeben, dass sie gar nicht so doll von der Schule beeindruckt/beeinflusst werden können. Alleerdings gibt es auch keine gravierend negativen Erlebnisse bisher.
    Ich wünsche Euch eine glückliche Hand bei der Entscheidung.
    Liebe Grüße,
    Wibke
    filipili.blogspot

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  17. eine schule in wohnortnähe wird euch nicht abweisen können, da ist euch ein platz schon eher sicher.
    von einer bekannten weiß ich, dass sie sich und ihr kind einfach kurzfristig bei ihrer freundin, die in wunschschulnähe wohnt, hauptgemeldet hat und somit den platz bekommen hat (obwohl sie tatsächlich im nachbarbezirk wohnt und so keine chance gehabt hätte) - davon kann man halten was man will.

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  18. wow...zwei jahre vorher anmelden, dass ist schon heftig! also hier ist es ein jahr vorher, dass finde ich okay. aber wien ist auch ein stückerl grösser!
    ach kat...ich wünsch dir viele gute gedanken und vertrauen. ihr werdet sicher eine gute und passende schule für das mauzi finden!
    was ich toll finde, dass du mit deiner mama soviel und gut darüber reden kannst! das tut sicher gut und ist viel wert!!!
    ich denk an dich!!!

    kuss
    eni

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  19. um mißverständnissen vorzubeugen:
    meine kinder dürfen NICHT machen was sie wollen...auch nicht andere vors schienenbein treten*lach*
    antiautorität wird ja gerne falsch verstanden...

    LG bianca

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  20. @Bianca: So war es auch nicht gemeint ... deine Mail vorgestern hat mich ja wieder aus der Bahn geworfen, weil ich deine Standpunkte so gut nachvollziehen kann ; DD
    Prinzipiell bin ich aber Noras Meinung ... so Kaffee ist fertig!

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  21. Hut ab vor dem Punk! Er hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Mich treibt gerade die Suche nach einem geeigneten Kiga um. Im Wunschkindergarten werden wir höchstwahrscheinlich keinen Platz bekommen, im Kiga auf Platz 2 auch eher nicht. Ich bin total aufgewühlt und habe u.a. Freundinnen von meinen "Sorgen" erzählt. Ich meinte auch, dass ich lieber noch ein halbes bis ganzes Jahr zuhause bleibe, als meine Kinder in einen x-beliebigen Kiga zu stecken. Daraufhin erzählte mir eine Freundin, dass sie selbst , mangels Alternative, in einem furchtbaren Kiga war, die Erzieherin total autoritär, sie das aber als Kind nicht die Bohne gestört hätte, im Gegenteil, ihr hätte es gefallen weil sie viel Freunde dort gefunden hätte.

    Und ich glaube darauf kommt es an: Hauptsache das Kind ist glücklich und zufrieden. Vielleicht neigen wir dazu, zu anspruchsvoll zu sein.

    Denkst Du aus Dir wäre ein anderer (besserer, begabterer) Mensch geworden, wenn du die Waldorfschule besucht hättest?

    LG
    Barbara

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  22. Hier mein Interview mit dem blog "Ruhrbarone" zur Waldorfschule:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

    "Waldorfschule: Vorsicht Steiner

    (...) Ruhrbarone: Herr Lichte, Sie haben eine Fortbildung zum Waldorflehrer abgeschlossen aber trotz Job-Angebotes darauf verzichtet, in der wunderbaren Waldorfwelt zu arbeiten – warum?

    Lichte: Als ich mich entschloss, Kunst- und Werklehrer in der Waldorfschule zu werden, wusste ich noch nicht, dass die wichtigste Qualifikation eines Waldorflehrers darin besteht, Rudolf Steiner (den Gründer der Waldorfschulen und der Anthroposophie) als absolute Autorität zu verehren, z.B. so etwas:

    „Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.“

    Ruhrbarone: Was soll das sein? Der Heilige Rudolf, Schutzpatron der Maniküren?

    Lichte: Ich bitte schon um ein wenig mehr Respekt vor der Waldorfpädagogik! Das ist ein Zitat aus Steiners „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“ [GA 293, S. 93f]. Wie der Titel dieses in jedem Waldorfseminar gelesenen Standardwerkes schon sagt, ist das die Basis der Arbeit des Waldorflehrers … (...)"

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  23. ich kann dich gut verstehen, obwohl greta erst 6 monate ist hab ich mir auch schon ein paar gedanken gemacht und innerlich auch für die wohnortnahe schule entschieden aus den hier vielgenannten gründen...und wenns dann doch blöd sein sollte kann man dann noch sehen...hauptsache keine ganztagsschule!!! das wird hier bei uns in rlp schwer...aber das will ich nicht, ich mag freizeit, spiel und muße für mein kind!!! aber wie ich so deinen blog verfolge bin ich ganz fest überzeugt dass euer kind egal auf welcher schule ein sehr glücklicher kreativer lebendiger liebevoller mensch sein wird. alles liebe

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  24. Und im Notfall machst du eben Homeschooling. Wenigstens dürft ihr das in Österreich. ;)
    Aber so wie ich deinen Blog jetzt gelesen habe, förderst du deinen Mo
    ziemlich gut. Mir hat die staatliche Schule auch nicht geschadet. Und es kommt auch wirklich nicht nur auf die Lehrer drauf an.
    Ach, ich denke, du verstehst was ich meine!

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